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MS-Begleiter Nurse-Gespräche 2022

Ankündigung: 18.-19.11.2022

Veranstaltung ist für alle interessierten MS-Nurses möglich, unabhängig von der jeweiligen Erfahrung in der Begleitung von MS-Patienten.

Update Multiple Sklerose

Bericht einer Fortbildungsveranstaltung von Sanofi für MS-Nurses zur Multiplen Sklerose im September 2021 in Hamburg.

Orale MS-Therapien und die Begleitung von Patienten mit Multipler Sklerose

Veranstaltungsbericht einer Fortbildungsveranstaltung im September 2021 für MS-Nurses zu den Themen oralen MSTherapien und der Begleitung von Patienten mit Multiple Sklerose.

Corona, Digitalisierung im Gesundheitswesen & RRMS

Mit abwechslungsreichen Themen und viel Interaktivität präsentierte Sanofi im November 2020 eine online Fortbildungsveranstaltung für MS-Nurses während der Coronapandemie. Mit einem Mix aus Workshop-Inhalten und Vorträgen wurde das erfolgreiche Fortbildungskonzept der Veranstaltungsreihe „MSBegleiter Nurse-Gespräche“ dabei online fortgeführt.

Mit dem Workshop „Corona und die Digitalisierung im Gesundheitswesen“ wurden die aktuellen Gegebenheiten und Herausforderungen der Corona-Pandemie im Arbeitsalltag auch thematisch in die Veranstaltung eingebunden. Der Vortrag „Aktuelles zur Behandlung der RRMS“ von Dr. med. Wolfgang Feneberg, leitender Oberarzt und Neurologe an der Marianne-Strauß-Klinik in Berg, rundete das Programm mit anschaulich vermitteltem Fachwissen zur Multiplen Sklerose ab. Gleich zu Beginn der Veranstaltung erfuhren die Teilnehmer Neuigkeiten zum umfassenden Angebot von MS-Begleiter. Die Services von Sanofi richten sich an Menschen mit MS, Angehörige und alle Interessierte. Seit Mai 2020 gibt es einen Instagram – Kanal, der den Alltag mit MS zum Thema hat, Mut macht und inspirieren soll.

Workshop: Corona und die Digitalisierung im Gesundheitswesen

Auftakt im Programm war der Workshop zur Digitalisierung im Gesundheitswesen. Hier konnten sich die Teilnehmer einen Überblick über die neuesten Entwicklungen verschaffen. Darüber hinaus nutzten die MS-Nurses die kleineren Workshop-Gruppen dazu, sich über die eigenen Erfahrungen in den Praxen und Kliniken auszutauschen. Die Digitalisierung im Gesundheitswesen schreitet voran. Auf der einen Seite leisten aktuelle gesetzliche Vorgaben, zum Beispiel zur elektronischen Patientenakte (ePA) oder zum Anspruch auf digitale Gesundheitsanwendungen, Vorschub. Auf der anderen Seite hat die Corona-Pandemie dazu geführt, dass digitale Angebote wie Videosprechstunden verstärkt angeboten und nachgefragt werden. Während 2017 lediglich 2 % der Ärzte Videosprechstunden genutzt haben, waren es 2020 bereits 50 %.1

Digitalisierung im Gesundheitswesen: Ausblick auf elektronische Patientenakte und E-Rezept

Nicht nur für Videosprechstunden, auch für Apps auf Rezept und ein sicheres Datennetz bei Behandlungen schafft das Ende 2019 in Kraft getretene Digitale- Versorgung-Gesetz (DVG) die Grundlage. Damit schreitet die Versorgung mit digitalen Gesundheitsanwendungen, die der Arzt verschreiben kann, ebenfalls Schritt für Schritt voran. Ein Verzeichnis über alle dafür zugelassenen Anwendungen bietet das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) unter diga.bfarm.de. Ein nächster Meilenstein bei der Digitalisierung im Gesundheitswesen ist die elektronische Patientenakte (ePA), die Krankenkassen seit Jahresbeginn 2021 zur Verfügung stellen müssen. Mitte 2021 folgt das Anrecht der Patienten auf Befüllung der ePA durch Ärzte und auch das E-Rezept wird im Laufe des Jahres für verschreibungspflichtige Arzneimittel eingeführt. In der angeregten Diskussion während des Workshops berichteten die teilnehmenden MS-Nurses von unterschiedlichen Erfahrungen aus dem eigenen Arbeitsalltag mit digitalen Angeboten wie etwa Videosprechstunden. Tendenz war hier, dass Videosprechstunden in Kliniken offenbar eher angeboten werden als in den neurologischen Praxen. Auch Gesundheits-Apps finden in der Praxis bereits Anwendung, wie berichtet wurde. So gab es damit etwa gute Erfahrungen bei Kopfschmerzpatienten.

Vortrag: Behandlung der schubförmig remittierenden MS (RRMS)

Die Corona-Pandemie hat nicht nur die Digitalisierung im Gesundheitssektor beeinflusst, auch in Bezug auf die Therapie der Multiplen Sklerose hat sie Fragen aufgeworfen. In seinem Vortrag „Aktuelles zur Behandlung der RRMS mit oralen MS-Therapien für milde/moderate Verlaufsformen“ erläuterte Dr. Wolfgang Feneberg, leitender Oberarzt in der Marianne-Strauß-Klinik in Berg, im zweiten Teil der Online-Veranstaltung für MS-Nurses nicht nur Behandlungsstrategien, sondern ging auch auf die Frage ein, was die Pandemie für die Therapie der MS bedeutet.

Vornehmliches Ziel der Immuntherapie bei schubförmig remittierender Multipler Sklerose bzw. auf Englisch Relapsing Remitting Multiple Sclerosis (RRMS), ist es, die Krankheitsprogression zu verhindern bzw. zu reduzieren sowie die Lebensqualität zu erhalten. Die Wahl der Therapie wird von unterschiedlichen Aspekten beeinflusst, neben der Krankheitsaktivität, dem Sicherheitsprofil oder möglichen Begleiterkrankungen zählen auch die individuellen Bedürfnisse des Patienten dazu. So betonte der Neurologe, dass es entscheidend ist, die Therapieoptionen sehr genau mit dem Patienten abzustimmen, den Start der Therapie nicht zu lange hinauszuzögern, die konsequente Adhärenz zu fördern und engmaschig zu kontrollieren, ob das Therapieergebnis stabil ist. Sollte dies nicht der Fall sein, muss die krankheitsverlaufsmodifizierende Therapie entsprechend adaptiert werden.

Therapie der MS in Corona-Zeiten

Zum Thema Corona stellte der Experte Daten vor, die zeigen, dass kein Zusammenhang zwischen Immuntherapien und dem COVID-19-Verlauf nachgewiesen wurde. Das Alter, die Behinderung und Adipositas waren hingegen unabhängige Risikofaktoren für einen schweren COVID-19-Verlauf. Hinweise auf ein erhöhtes therapiebedingtes Corona-Infektionsrisiko gab es ebenfalls nicht. Die Fortführung von Therapien gegen die Multiple Sklerose, außer bei akuten Infektionen, wird daher auch während der Corona-Pandemie angeraten. In der Fragerunde zum Vortrag ging es unter anderem um die Wirksamkeit und Sicherheit der unterschiedlichen Therapieoptionen. Hierzu erläuterte Dr. Feneberg die Wichtigkeit der gemeinsamen Therapieentscheidung von Arzt und Patient für die die aktuell geeignetste Behandlung. „Es gibt keine Immuntherapie für ein Leben, es gibt nur eine Immuntherapie für eine bestimmte Phase der Erkrankung“, so der Referent.

Erfolgreiches Fortbildungskonzept für MS-Nurses

Nach der abschließenden Diskussion zum Vortrag zu den Therapien bei Multipler Sklerose gab die Veranstaltung noch Gelegenheit, praktische Tipps aus dem Praxisalltag zu teilen. Dazu zählte die App „KBV2GO!“, eine praktische Anwendung für das Smartphone. Neben einem Nachrichtenticker der Kassenärztlichen Bundesvereinigung bietet sie den Zugriff auf EBM- und ICDKataloge sowie Qualitätsmanagement-Checklisten. Nach drei Stunden endete die Online-Veranstaltung für MS-Nurses – mit 30 Teilnehmern eine gelungene Alternative zu den vertagten Veranstaltungen vor Ort. Sowohl die Themen als auch die gewählte Umsetzung der Online-Ausgabe von „MS-Begleiter Nurse- Gespräche“ fand bei den teilnehmenden MS-Nurses Anklang. „Eine gute Mischung aus Workshop und Vortrag, Zeitspanne war auch genau richtig“, so die Rückmeldung einer Teilnehmerin.

Referenzen

1 Töpfer G. Digital Health: Erkenntnisse aus der Corona-Zeit für digitale Gesundheitsanwendungen (2020), URL: https://www.haufe.de/ arbeitsschutz/gesundheit-umwelt/digital-health-aktuelle-erkenntnisseaus-der-corona-zeit_94_519472.html (letzter Zugriff: 06.05.2022).

In diesem Artikel
  1. Workshop: Corona und die Digitalisierung im Gesundheitswesen

  2. Digitalisierung im Gesundheitswesen: Ausblick auf elektronische Patientenakte und E-Rezept

  3. Vortrag: Behandlung der schubförmig remittierenden MS (RRMS)

  4. Therapie der MS in Corona-Zeiten

  5. Erfolgreiches Fortbildungskonzept für MS-Nurses

     

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