Ein Bericht zum Vortrag von Dr. Marianne Cortese, Cambridge/Massachusetts Vitamin D Mangel als Ursahen von MS in der Diskussion

Vitamin D und Rauchen in der Diskussion

Ein Bericht zum Vortrag von Dr. Marianne Cortese, Cambridge/Massachusetts

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Vitamin D und Rauchen – Risikofaktoren für eingeschränkte Kognition

Literaturberichten zufolge entwickeln 40 bis 70 Prozent der Patienten mit Multipler Sklerose kognitive Funktionsstörungen.1 Der Abbau der kognitiven Fähigkeiten hat nach Dr. Marianne Cortese, Cambridge/Massachusetts, eine hohe Relevanz für die Patienten und geht mit einem erhöhten Risiko für einen Verlust der Arbeitsstelle und für einen sozialen Rückzug einher.

Vitamin-D-Supplementation zur Neuroprotektion bei Multipler Sklerose?

„Eine etablierte Behandlung des kognitiven Abbaus gibt es aber bislang nicht“, mahnte die Wissenschaftlerin im Rahmen der Session „Late Breaking News“ beim 34. Kongress des „European Committee for Treatment and Research in Multiple Sclerosis“ (ECTRIMS) in Berlin. Als Risikofaktoren für Einbußen der intellektuellen Fähigkeiten bei der MS gelten nach ihrer Darstellung niedrige Vitamin-D-Spiegel sowie das Rauchen.

Plädoyer für eine Vitamin-D-Supplementierung und eine Tabakentwöhnung bei MS-Patienten

Die Langzeitdaten der BENEFIT-Studie zur Behandlung mit Interferon beta-1b über inzwischen elf Jahre bestätigen nach Cortese die Bedeutung niedriger Vitamin-D-Spiegel für die kognitive Leistungsfähigkeit. Ein hoher Vitamin-D-Spiegel in den ersten Jahren nach Auftreten der MS oder eines klinisch isolierten Syndroms (CIS) ging in der Studie mit einer besseren geistigen Leistungsfähigkeit nach elf Jahren und mit weniger neuronalen Läsionen einher. „Das lässt vermuten, dass möglicherweise eine Vitamin-D-Supplementierung langfristig positive Effekte auf den Erhalt der kognitiven Leistungsfähigkeit haben kann“, betonte die Wissenschaftlerin.

Auch das Rauchen hat einen negativen Einfluss auf die Kognition bei der MS. So war bei Patienten, die zum Zeitpunkt einer frühen Multiplen Sklerose oder eines CIS rauchten, die Wahrscheinlichkeit langfristiger kognitiver Einbußen deutlich erhöht. Das unterstreicht laut Cortese die Bedeutung einer frühzeitigen Tabakentwöhnung bei Patienten mit Multipler Sklerose.

Kein Zusammenhang war in der Studie hingegen mit einer Epstein-Barr-Virusinfektion zu finden.

MS Ikon Referenzen

Referenzen

  1. Chiaravelotti ND et al., Lancet Neurol. 2008;7:1139–51

 

Quelle:

„Late Breaking News” beim 34. Kongress des „European Committee for Treatment and Research in Multiple Sclerosis“ (ECTRIMS) in Berlin

GZDE.MS.19.03.0191

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